Wer sich für den Barock interessiert, denkt nicht an
Köln. Ein Fehler, wie die jüngste von ihrem Vorsitzenden
Rudolf Preuß angeregte Exkursion der Senioren-Union
Overath nach Köln-Mülheim zeigte.
Nach dem verheerenden Eisgang mit Hochwasser des Rheins
1784 waren in Mülheim, heute nicht mehr Kreisstadt,
sondern „nur“ noch Vorort von Köln, 160 Häuser zerstört
und zwei Kirchen sehr schwer beschädigt, und alles wurde
im Stil der Zeit, dem Spätbarock, relativ schnell wieder
aufgebaut, denn Mülheim war eine wohlhabende Stadt. Nach
den ebenfalls schweren Kriegszerstörungen wurde manches
sehr gut restauriert, so das Bertholdi-Haus, das Pfarr-
und das Pelikan-Haus an der nach dem Eisgang
barockisierten Clemenskirche, etliche andere Häuser, in
der Mülheimer Freiheit die längste erhaltene Barockzeile
von ganz Köln und die wieder aufgebaute Friedenskirche.
„Wie in einer anderen Welt,“ sagte jemand, das hatte man
so nicht erwartet.
Unser Stadtführer Markus Eckstein zeigte ferner auf den
beiden Friedhöfen, noch heute im Besitz der katholischen
bzw. der evangelischen Gemeinde, Grabmäler bedeutender
Industrieller, die mit ihren Fabriken, Arbeiterhäusern
und Villen Handel und Wandel und auch das Stadtbild
prägten – bis heute! Denn Reste der kriegszerstörten
Liebfrauen- und der Martin-Luther-Kirche, die eine
erneuert und modern vergrößert, die andere als Ruine
erhalten, erinnern mit ihrer Monumentalität immer noch
an ihr Wirken.