Entwicklung mit Augenmaß trotz
strukturellem Haushaltsdefizit
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Overath |
Wie
in fast allen Kommunen in NRW, so machen auch in Overath
die Sozialausgaben mit einem Volumen von ca. 80% den
größten Teil des städtischen Haushalts aus. Vor allem in
den qualitativ und quantitativ steigenden Standards in
den unterschiedlichen Bereichen sozial-kommunaler
Angebote, sind die Gründe für das strukturelle
Haushaltsdefizit der Kommunen in NRW zu finden. Diese
sozialen Standards werden sowohl von europäischem Recht,
als auch durch Maßgaben von Bund und Land getragen und
an die Kommunen weitergegeben. Genau hier liegt das
Problem auch des strukturellen Haushaltsdefizits für
Overath begründet. Von den ca. 396 Kommunen in NRW
können nur 8 (!) einen ausgeglichenen Haushalt
vorweisen. Alleine bei Betrachtung dieser Zahlen dürfte
ersichtlich sein, dass 97,98% der NRW-Kommunen, die
keinen ausgeglichenen Haushalt aufstellen können,
sicherlich nicht Unfähigkeit oder Untätigkeit
vorgeworfen werden kann. Die Gründe dafür, dass nur ca.
2% der Kommunen in NRW ihren Haushalt ausgeglichen
aufstellen können, liegen in der dauerhaften, jährlichen
Finanzierungslücke zwischen Einnahmen und Ausgaben,
getragen durch steigende Sozialausgaben, begründet. Auch
ein von der Landesregierung vorgestelltes Gutachten zu
Konsolidierungshilfen für Kommunen in Haushaltsnotlage
kommt zu dem Ergebnis, dass die Kostenreduzierung bei
den pflichtigen Sozialausgaben der Schlüssel zur
Konsolidierung der kommunalen Haushalte darstellt. „Um
auch diese (Kommunen) in die Lage zu versetzen, ihre
Haushalte wieder dauerhaft ausgleichen zu können, sind
strukturelle Reformen des Gemeindefinanzsystems
unabdingbar. Vordringlich ist dabei das
Soziallastenproblem zu lösen“, beschreibt das von der
Forschungsgesellschaft für Raumfinanzpolitik
vorgestellte Gutachten die Notwendigkeit des politischen
Handelns. Aus dieser strukturellen Misere heraus nichts
mehr für die Zukunft Overaths zu tun halten wir für
falsch. Overath muss mit Augenmaß und unter Beachtung
der finanziellen Risiken weiterentwickelt werden, um
seine Attraktivität gerade für Familien und
Gewerbetreibende beizubehalten. Besonders die
Gewerbeansiedlung gestaltet sich in diesem Zusammenhang
in Overath überaus positiv. So konnten in Immekeppel die
letzten Gewerbeflächen verkauft und auch in Diepenbroich
alle Flächen belegt werden. Das Gewerbegebiet Burghof
mit seiner von den Bürgerinnen und Bürgern positiv
angenommenen Eventmeile nimmt eine positive Entwicklung.
Erfreulich ist auch, dass die Industriebrache des
ehemaligen Fröhlinggeländes in Untereschbach
wiederbelebt werden konnte. Unter dem Strich haben die
getroffenen Maßnahmen zu einem Zugewinn von ca. 1000 (!)
Arbeitsplätzen geführt. Die positive Auswirkung auf die
Gewerbesteuer ist dabei schon jetzt spürbar, zeigt sich
im vollen Umfang aber erst in den nächsten Jahren. Es
passiert viel Positives in Overath, auch wenn mach
politischer Konkurrent dies nicht wahrhaben möchte.
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