Haushaltsrede unseres
Fraktionsvorsitzenden Oliver Hahn
In der Sitzung des Overather
Stadtrates vom 16.02.2011 hat unser
Fraktionsvorsitzender Oliver Hahn zum Haushalt der Stadt
Overath für das Jahr 2011 Stellung genommen
Sehr
geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
der
Rat der Stadt Overath befindet heute über den dritten
NKF-Haushalt der Stadt Overath. Gut zehn Monate nach der
Beschlussfassung des Haushalts 2010 ist daher an dieser
Stelle nicht nur der Haushaltsplan 2011 sowie das
Haushaltssicherungskonzept der Jahre 2012 bis 2017 zu
betrachten. Es muss überdies auch ein Abgleich zu dem
Haushalt 2010 und damit eine Betrachtung der Veränderung
der Finanzlage nach einem abgelaufenen Haushaltsjahr
erfolgen.
I.
Der Haushalt 2010 enthielt ein defizitäres
Jahresergebnis von gerundet 10,5 Millionen Euro. Nach
dem Gesamtergebnisplan für das Haushaltsjahr 2011 ergibt
sich ein negatives Jahresplanungsergebnis in Höhe von
gerundet 10,0 Millionen Euro. Diese Verringerung des
Defizits erscheint auf den ersten Blick erfreulich,
verschließt jedoch bei genauer Betrachtung des
Haushaltssicherungskonzeptes nicht die Augen vor der
Tatsache, dass der Tatbestand der Überschuldung
unweigerlich auf die Stadt Overath zukommt.
Drohte nach der Entwurffassung des Haushalts 2011 die
Überschuldung erst im Jahre 2018, lieferte der
Änderungsnachweis zunächst die Erkenntnis, dass die
Stadt bereits 2016 überschuldet ist. Dies war im Rahmen
der Fortschreibung in der Erfolgsplanung darauf
zurückzuführen, dass das Gemeindefinanzierungsgesetz
2011 der Stadt Overath wie auch den sonstigen
kreisangehörigen Kommunen deutlich geringere
Schlüsselzuweisungen verschafft hat. Hinzu kam, dass
durch die Landesregierung die sogenannten fiktiven
Hebesätze heraufgesetzt wurden. Insgesamt waren daher
die Schlüsselzuweisungen gegenüber der Entwurfsfassung
um ca. 2,4 Millionen Euro zu reduzieren.
An
dieser Stelle zeigt sich einmal mehr das von allen
Kommunen beklagte Problem des strukturellen Defizits.
Der Unkalkulierbarkeit auf der Einnahmenseite, wie an
diesem Beispiel verdeutlicht, treten stetig steigende
Transferaufwendungen zur Seite. Diese werden nach dem
derzeitigen Haushaltsplan bis zum Jahr 2017 von 29, 1
Millionen auf 33,3 Millionen steigen, was
durchschnittlich jährlichen Steigerungsraten von 2,4 %
entspricht. Auf diese Transferaufwendungen hat die Stadt
keinen Einfluss.
Der
größte Teil entfällt dabei auf den Produktbereich der
Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Insbesondere im
Bereich der Jugendhilfe ist dabei eine in jedweder
Hinsicht Besorgnis erregende Entwicklung zu beobachten.
Ein
erfreulicher Lichtblick im Zusammenhang mit der von der
Stadt abzuführenden Kreisumlage ist die Tatsache, dass
die Stadt Overath von dem Kreis einen einmaligen Betrag
in Höhe von gerundet 795.000,00 Euro erhalten wird, da
der Kreis vom Land aus falsch berechneten
Wohngeldanteilen einen Betrag in Höhe von 25,8 Millionen
Euro zugewiesen bekam. Der Kreis zahlt davon in
Solidarität mit den kreisangehörigen Kommunen einen
Gesamtbetrag in Höhe von 8,7 Millionen Euro an die
Kommunen aus. Ergebnis dieser – in diesem Fall positiven
- Unkalkulierbarkeit ist, dass nicht eingeplante Beträge
zur Reduzierung des Defizits und/oder zur Durchführung
bestehender Maßnahmen etwa im Bereich der
Gebäudeunterhaltung der Schulen und der
Straßenunterhaltung eingesetzt werden können. Zudem wird
die Kreisumlage voraussichtlich nicht wie zunächst
vorgesehen ab 2013 steigen, sondern kann auf den
Hebesatz des Jahres 2011zurückgeführt werden. Im
Ergebnis bedeutet dies auch, dass die Inanspruchnahme
der Ausgleichsrücklage und der allgemeinen Rücklage sich
verringert, so dass nach diesem derzeitigen letzten
Stand der endgültige Verbrauch der Rücklage erst Ende
2017 erfolgt sein wird.
An
der unweigerlich auf die Stadt Overath zukommenden
Überschuldung ändert jedoch auch dies nichts. Etwas
anderes könnte sich nur dann ergeben, wenn das
Gemeindefinanzierungsgesetz eine Neustrukturierung
erfährt, welches das vorgenannte Problem des
strukturellen Defizits kompensationslos beseitigt, und
auch der Bund bzw. dessen eingesetzte Kommission zu
„Neuordnung der Finanzen“ Änderungen zu Gunsten der
Kommunen hervorbringt. Im Lichte dieser düsteren
Prognose der Finanzlage stellt sich daher die Frage, ob
und welche Aufwendungen die Stadt Overath noch tätigen
soll. Dabei ist auch zu untersuchen, welche Auswirkungen
diese geplanten Investitionen nach sich ziehen.
II.
Zunächst ist zu konstatieren, dass hinsichtlich der
Investitionen und Investitionsfördermaßnahmen gem. der
Prioritätenliste auf der politischen Ebene größtenteils
Konsens besteht, auch wenn dies die derzeitige
Außendarstellung nicht immer vermuten lässt.
Der
Bau der Mensa in dem Schulzentrum Cyriax, welcher jüngst
zu lebhaften Diskussionen geführt hat, ist der Sache
nach unstreitig.
Alle
Gremien haben diese Mensa in dem konkret ermittelten
Modell mit dem einhergehenden schulpädagogischen Konzept
einstimmig beschlossen. Dieser politische Konsens wurde
in den vergangenen Wochen überlagert von der Debatte
über die Informationspolitik der Verwaltung. Hierzu
wurde von allen Beteiligten ausführlich Stellung
bezogen, insbesondere in der letzten Sitzung des Haupt-
und Finanzausschusses, so dass ich an dieser Stelle
nicht nochmals dezidiert darauf eingehen möchte. Es sei
lediglich der Klarheit und der Vollständigkeit halber
nochmals auf zwei Aspekte bzw. Tatsachen hingewiesen:
1:
Die Verwaltung hat es versäumt, die Politik so
frühzeitig zu informieren, wie dies hätte erwartet
werden müssen. Dieser Misstand liegt in dem alleinigen
Verantwortungsbereich der Verwaltung.
2:
Der Betrag in Höhe von 3,5 Millionen Euro Gesamtkosten
war nicht nur im Haushalt 2011 eingestellt, sondern auch
in der offiziellen Endfassung der Broschüre
Bürgerhaushalt. Beide Dokumente wurden im November 2010
öffentlich gemacht. Es mögen sich daher alle Beteiligten
und involvierten Institutionen selbstkritisch fragen, ob
ihnen an dieser Stelle nicht ebenfalls ein – wenn auch
anders geartetes – Versehen unterlaufen ist. Aus rein
haushaltsrechtlicher Betrachtung jedenfalls kann
festgestellt werden, dass das Projekt Mensa Schulzentrum
fraktionsübergreifend gewollt ist. Die CDU-Fraktion
bekräftigt hiermit nochmals ihren ausdrücklichen Willen
zur Umsetzung dieses Projektes.
Gleiches gilt für das Projekt Umgestaltung Bahnhof,
welches ebenfalls auf einer übereinstimmenden
politischen Grundlage fußt und für die Stadt Overath und
seine Bürger eine gewinnbringende infrastrukturelle
Verbesserung und Weiterentwicklung darstellt.
Der
geplante Kreisverkehr Hauptstr./Siegburger Str. ist
gleichfalls konsensfähig. Er dient dabei nicht allein
der Attraktivierung des städtebaulichen
Erscheinungsbildes, sondern entspringt vor allem einer
rechtlich vorgegebenen Notwendigkeit, nämlich der
Einhaltung bzw. Umsetzung des Luftreinhalteplanes. Der
hier vorgesehene Eigenanteil in Höhe von 260.000,00 €
ist sinnvoll aufgewendetes Geld, da er als auch von
Fachleuten bestätigte geeignete Maßnahme gilt, um einen
verkehrstechnischen Missstand in der Stadt Overath
jedenfalls zu lindern.
Das
Regionale-Projekt Gut Eichthal wurde im vergangenen Jahr
ebenso wie die Turnhalle Immekeppel einer äußerst
kritischen Betrachtung unterzogen. Dabei wurden sowohl
der investive Eigenanteil in Höhe von gerundet 1,1
Millionen, als auch die Folgekosten äußerst kritisch
hinterfragt. Im Rahmen einer Abwägung war im Ergebnis
auch dieses Projekt breit mehrheitsfähig.
Einzig das Projekt Turnhalle Immekeppel war in seiner
Dimension streitig. Die insoweit konträren Standpunkte
wurden seinerzeit ausgetauscht, und das Projekt
Turnhalle Immekeppel wurde im Wege einer
Mehrheitsentscheidung verabschiedet.
Betrachtet man also die Investitionen und
Investitionsfördermaßnahmen der Stadt Overath für das
Haushaltsjahr 2011 – auf die übrigen Produkte erlaube
ich mir an dieser Stelle nicht weiter einzugehen –, so
ist festzustellen, dass diese Maßnahmen gerade nicht
Gegenstand kontroverser Diskussionen sind, sondern von
einem breiten politischen Konsens begleitet werden. Die
Ausnahme bildet wie bereits erwähnt das Projekt
Turnhalle Immekeppel.
Dieses Projekt hat durch die Anträge der SPD-Fraktion
und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen nunmehr erneut
Eingang in die diesjährigen Haushaltsberatungen
gefunden.
Hierzu möchten wir im Rahmen einer grundsätzlichen
Positionierung Folgendes deutlich machen:
Die
CDU-Fraktion wird den vorgenannten Anträgen nicht
zustimmen. Dies nicht nur deshalb, weil diese Anträge
der geltenden Beschlusslage widersprechen. Vielmehr sind
wir der Auffassung, dass der mit den Anträgen
artikulierte Wille zum Sparen tatsächlich die notwendige
Konsequenz vermissen lässt. Es stellt sich nämlich die
Frage, weshalb einzig und allein das Projekt Turnhalle
Immekeppel geeignet sein soll, die Finanzlage der Stadt
Overath nachhaltig zu verbessern. Angesichts der
Tatsache, dass beispielsweise auch das Projekt Gut
Eichthal einen sehr hohen investiven Eigenanteil und
ebenfalls nicht unerhebliche Folgekosten aufweist, muss
in Richtung der Antragsteller die Gegenfrage erlaubt
sein, was das eigentlich erklärte Ziel der Absetzung
dieses Projektes sein soll. Es dürfte nämlich völlig
unstreitig sein, dass nicht nur die Absetzung dieses
Projektes, sondern sogar die Streichung sämtlicher
Investivmaßnahmen nicht dazu führen würde, dass die
Stadt Overath den Überschuldungstatbestand vermeiden
könnte. Die drohende Pleite der Stadt Overath wird nicht
dadurch verhindert, dass die geplanten Projekte – welche
auch immer – auf die Streichliste gesetzt werden. Die
Überschuldung kann wie vorerwähnt nur durch
tiefgreifende strukturelle Reformen verhindert werden.
Bestände finanztechnisch die Möglichkeit, durch
Aussparung eines oder mehrerer Projekte die
Finanzentwicklung in der Stadt Overath so nachhaltig zu
verändern, dass der Überschuldungstatbestand damit
vermieden werden könnte, wäre es ein zwingendes Gebot,
über eine solche singuläre Maßnahme eingehend zu
beraten. Faktisch jedoch ist aufgrund der dargestellten
Gegebenheiten der Erfolg einer solchen Maßnahme nicht
vorhanden. Die Absetzung des Projektes Immekeppel würde
nicht einmal dazu führen, dass dann das Projekt
Feuerwehr Overath im Rahmen der vorgeschriebenen 2/3 -
Kreditierung finanziert werden könnte. Auch dann wäre
das Projekt Feuerwehr Overath als Investitionsmaßnahme
nicht darstellbar.
Mit
anderen Worten: die Stadt Overath steuert der
Überschuldung entgegen, völlig unabhängig davon, ob sie
im Rahmen der geplanten Investitionen alle Maßnahmen zur
Umsetzung bringt, oder aber überhaupt keine. Die Stadt
Overath hat es selbst schlichtweg nicht in der Hand, den
vollständigen Verzehr des Eigenkapitals zu vermeiden.
Aus
eben diesem Grunde halten wir es eindeutig für die
schlechtere Alternative, die haushaltsrechtlich
darstellbaren Möglichkeiten im Rahmen der gesetzlich
vorgeschriebenen und von der Kommunalaufsicht
überwachten Schuldenbremse nicht auszuschöpfen.
Sämtliche hier in Rede stehenden Investitionsmaßnahmen
stellen infrastrukturelle Wertverbesserungen für die
Stadt Overath dar. Die Mensa Schulzentrum Cyriax, die
stets im Gesamtzusammenhang mit der Machbarkeitsstudie
Schulzentrum Cyriax gesehen werden muss, ist eine
gewollte schulpädagogische Weiterentwicklung, die den
Schulstandort Overath erheblich verbessern wird. Zu den
Projekten Umgestaltung Bahnhof und Kreisverkehr hatte
ich bereits eingangs kurz Stellung bezogen. Auch das
Regionale- Projekt Gut Eichthal wird dazu beitragen,
dass eine besondere schulpädagogische Komponente
geschaffen und darüber hinaus eine deutliche
Verbesserung des Naherholungsangebotes erfolgen wird.
Die Turnhalle Immekeppel wird dazu beitragen, dass das
Sportstättenangebot für die Vereine und auch für die
Schulen sich deutlich verbessert darstellen wird.
Angezweifelt wird hier nicht diese Tatsache an sich,
sondern ausschließlich der Bedarf.
In
diesem Zusammenhang ist im übrigen folgende
grundsätzliche Frage geboten: ist es legitim, eine
Kommune für Ihren Haushalt zu kritisieren, welcher sich
bei der Finanzierung der anstehenden Investitionen exakt
an den gesetzlichen Vorgaben des Landes orientiert,
Kredite nur in Höhe von 2/3 der ordentlichen Tilgung
aufzunehmen und dadurch an dieser Stelle faktisch eine
Entschuldung vornimmt, wenn auf der anderen Seite eben
jener Gesetzgeber, nämlich das Land NRW, mit dem eigenen
Haushalt die verfassungsmässige Kreditobergrenze
deutlich überschreitet und sich hierfür derzeit vor dem
Verfassungsgerichtshof verantworten muss? Ist es
vereinbar, dass den Kommunen ein Finanzierungsdeckel und
eine Reduzierung der Freiwilligen Leistungen mit dem
Ziel der Entschuldung auferlegt werden, das Land selbst
aber eine Neuverschuldung von 1,8 Milliarden anstrebt,
von denen 1,3 Milliarden der Aufstockung des
Sondervermögens der WestLB dienen? Der Finanzminister
des Landes NRW begründet die angestrebte
Rekordverschuldung von insgesamt 8,4 Milliarden EUR mit
einer Störung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts.
Was in jedem Fall gestört ist, ist das finanzielle
Gleichgewicht zwischen den Kommunen einerseits und Bund
bzw. Land andererseits. Vor diesem Hintergrund müsste
eigentlich das Hauptaugenmerk bei der kritischen
Betrachtung der kommunalen Haushalte auf diesen
Problemkreis gerichtet sein.
Die
CDU-Fraktion bekräftigt jedenfalls an dieser Stelle
nochmals die Sinnhaftigkeit aller im Haushaltsplan
eingestellten Maßnahmen auch in der derzeit andauernden
überaus schlechten Finanzsituation. Die Finanzlage ist
in nahezu allen Kommunen desaströs. Andererseits stehen
diese Kommunen aber auch immer in einem fortwährenden
Wettbewerb zueinander wenn es darum geht, Ertrag und
Kaufkraft zu sichern bzw. zu verbessern.
Investitionen in Schule und Bildung, Einzelhandel und
Gewerbe sowie Wohnen und Freizeit sind hierfür
unabdingbare Voraussetzungen. Mit der Realisierung der
dargestellten Projekte kommt die Stadt Overath diesen
Erfordernissen nach. Die Weiterentwicklung und
Vermarktung der Gewerbeflächen in der Stadt Overath sind
im Übrigen auch ein gutes Beispiel dafür, was attraktive
Standorte bewirken können.
Den
diesen Investitionsprojekten kritisch gegenüber
stehenden Betrachtern sei an dieser Stelle zugestanden,
dass die einzelnen Verfahren nicht immer frei von
Fehlern waren. An manchen Stellen waren Korrekturen
notwendig, oder es mussten Ergänzungen vorgenommen
werden. Es darf allerdings ebenso wenig verkannt werden,
dass es derzeit keine andere Kommune im
Rheinisch-Bergischen Kreis gibt, die mit einer
vergleichbaren Projektfülle aufwarten könnte. Dies ist
für eine kleine Verwaltung, wie sie in Overath
vorgehalten wird, nicht immer einfach. Zwar bescheinigt
die Gemeindeprüfungsanstalt der Stadt Overath mit dem
derzeitigen Personalbestand eine vorbildliche
Personalstruktur, den Erfordernissen der Vielzahl der
Projekte wird die Stadt damit hingegen nicht immer
gerecht. Aus diesem Grunde wäre es fraglos notwendig,
den Stellenplan gezielt zu erweitern. Dies ist aufgrund
der Situation des Nothaushaltes aber rechtlich leider
nicht möglich.
Zu
der Thematik Investitionen möchte ich daher folgendes
festhalten: die in dem Haushaltssicherungskonzept 2011 –
2017 dargestellten Projekte müssen nach unserer
Auffassung in die Umsetzung gelangen, eingedenk der
finanztechnisch gesondert zu beurteilenden Projekte
Feuerwache Overath und Machbarkeitsstudie Schulzentrum.
Dabei wird nicht verkannt, dass jedes einzelne Projekt
z.T. nicht unerhebliche Folgekosten nach sich zieht.
Diese Projekte sind aber Gewährträger dafür, dass der
Standort Overath sich in dem Wettbewerb der Kommunen
wird behaupten können. Bilanziell überschuldet werden in
Kürze fast alle Kommunen sein, attraktiv und nachgefragt
hingegen nur noch wenige.
III.
Ein erfreulicher Tatbestand im Haushalt 2011 kann bei
den Freiwilligen Leistungen verzeichnet werden.
Einstimmig hat der Rat bereits im September auf der
Grundlage der kommunalaufsichtlichen Verfügung diese
Leistungen für die Jahre 2011 bis 2017 beschlossen. Zwar
musste das Volumen von ca. 590.000 EUR auf ca. 430.000
EUR reduziert werden. Es konnte jedoch erreicht werden,
dass die Produkte OJO und Jugendberufshilfe sowie
Förderung von Vereinen und Verbänden eine solche
finanzielle Ausstattung erfahren haben, dass für die
jeweiligen Träger Planungssicherheit gegeben ist und
diese so wichtigen Projekte damit in ihrem Bestand
gesichert sind. Auch wenn im Rahmen dieser Kürzungen die
Auflösung des Musikschulzweckverbandes einhergehen
musste, bedeutet dies nicht den Totalausfall
musikpädagogischer Angebote. Zum einen ist in Overath
ein ordentliches privates Dienstleistungsangebot
vorhanden, zum anderen können möglicherweise zukünftig
musikalische Angebote über die Volkshochschule erfolgen.
Jedenfalls ist derzeit eine solche Variante Gegenstand
einer Untersuchung.
In
jedem Fall aber ist der interfraktionelle Konsens bei
den Freiwilligen Leistungen das Ergebnis einer sehr
sachlich geführten Untersuchung und Abwägung.
IV.
Das gilt in gleicher Weise für den in der Stadt Overath
erstmals eingeführten Bürgerhaushalt, mit dessen
Betrachtung ich meine Ausführungen nunmehr beenden
möchte.
Der
Bürgerhaushalt wurde in dem Arbeitskreis
Haushaltskonsolidierung erarbeitet und dem zuständigen
Ausschuss sowie dem Rat zur Verabschiedung vorgelegt.
Innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne haben alle
Beteiligten, Ratsvertreter und Verwaltung, diese Aufgabe
mit viel Fleiss bewältigt, zumal auf Erfahrungswerte
nicht zurückgegriffen werden konnte.
Das
Ergebnis kann sich unseres Erachtens sehen lassen, auch
wenn die Beteiligung der Bürgerschaft mit 216
Teilnehmern noch eher überschaubar war. Im Arbeitskreis
sollte daher bei der Analyse vorrangig darüber
nachgedacht werden, wie die Beteiligung verbessert
werden kann. Information ist wichtig, wie wir ja nun
alle wissen. Es gibt eine Bringschuld und eine sich
daran anknüpfende Holschuld. Es gilt, diese Nahtstelle
möglichst eng zu halten.
V.
Die CDU-Fraktion wird dem Haushalt 2011 in der
vorgelegten Fassung zustimmen und verbindet damit
gleichzeitig den Wunsch, dass Bundes- und
Landesgesetzgeber endlich die dringend notwendigen
Schritte einleiten, damit die Kommunen aus eigener Kraft
der Spirale der Verschuldung entkommen können.
Wir
danken an dieser Stelle der Verwaltung für die unter zum
Teil schwierigen Bedingungen geleistete Arbeit, unserem
Koalitionspartner FDP für eine erneut gute und
vertrauensvolle Zusammenarbeit und den übrigen
Fraktionen für einen fairen politischen Wettstreit.
Unserem Kämmerer Klaus-Peter Schulz möchten wir aus
gegebenem Anlass besonderen Dank aussprechen, da dieser
Haushalt 2011 der letzte unter seiner Amtsführung sein
wird. Auch wenn heute mit der Verabschiedung des
Haushalts ihre Tätigkeit natürlich noch nicht beendet
sein wird, möchten wir Ihnen für Ihre langjährigen
Dienste schon an dieser Stelle unsere Anerkennung
zukommen lassen. Wir haben Sie stets als gewissenhaften,
zuverlässigen und loyalen Kämmerer erlebt. Wir wünschen
Ihnen für die anbrechende ruhige Lebensphase alles Gute.
Hierzu aus aktuellem Anlass vielleicht einige sinnvolle
Anregungen:
Gehen Sie zukünftig täglich im Badino schwimmen und an
der Mensa vorbei im Gut Eichthal spazieren, fahren Sie
vom schmucken Overather Bahnhof öfters mal nach Köln
oder umrunden Sie mit Ihrem Auto genussvoll den neuen
Kreisverkehr, treiben Sie Sport in der modernen
Turnhalle in Immekeppel und machen Sie vor allem eines:
beteiligen Sie sich regelmäßig an den Bürgerhaushalten
der Stadt Overath.
Ich
danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
Oliver Hahn
Fraktionsvorsitzender
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