Die Finanzierung der Kommunen muss
grundlegend verändert werden. Bis dahin sind meine
Prioritäten: Bildung, Sport und Soziale Vorsorge.
Auf das Schreiben der Bürgerinitiative "BIONUS" an die
Ratsmitglieder antwortet unser Fraktionsmitglied Michael
Hunke (Untereschbach)
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Michael Hunke |
Vor der
vergangenen Ratssitzung hat die Bürgerinitiative "BIONUS"
an alle Mitglieder des Overather Stadtrates einen
Offenen Brief versendet. Auf diesen Brief antwortete
unser Ratsmitglied Michael Hunke aus Untereschbach:
Sehr geehrte Frau Niewels,
wegen Krankheit kann ich
an der heutigen Ratssitzung nicht teilnehmen. Auch wenn
ich teilnehmen könnte, gäbe es wieder die absurde
Situation, dass ich als Ratsmitglied während der
Bürgerfragestunde zu schweigen hätte und nur der
Bürgermeister und die Besucher miteinander diskutieren.
Wie Sie wissen,
veröffentlichen die Zeitungen in der Region auch keine
Leserbriefe von Mandatsträgern, somit bleibt mir auch
diese Möglichkeit der öffentlichen Auseinandersetzung
verschlossen. Ich kann noch nicht einmal gegen die
Kommentare der Journalisten angehen, die leider an der
gesamten Overather Politik kein gutes Haar lassen.
Positive Meldungen aus der Verwaltung oder von den
Fraktionen der CDU und FDP werden nicht mehr
wahrgenommen. Meine Freunde aus Overath (es gibt noch
welche) verstehen einfach nicht, dass bei so viel
Freizeiteinsatz so wenig herauskommt.
Alle Bürger, die
uneigennützigen Einsatz für das Gemeinwohl zeigen,
schätze ich sehr. Aus Ihrer Initiative kenne ich Herrn
Amelung und weiß, dass er diesem Grundsatz treu ist.
Zu den von Ihnen
aufgeführten Punkten nehme ich hiermit ohne Rücksprache
mit der Fraktion oder der Verwaltung wie folgt Stellung:
Bauhof: Die falsche
Berechnung habe ich im Ausschuss scharf kritisiert, weil
daran offenbar wurde, dass keine Fachaufsicht gegeben
ist. Die Darstellung des neuen Bauhofleiters Funke
erschien mir jedoch nachvollziehbar. Ein
Ausweichquartier bei Bauverzögerungen halte ich für
verantwortbar. Das Vergessen der Mehrwertsteuer durch
eine Architektin kann der Verwaltung nicht angelastet
werden. Mehrkosten im Baubereich einer Kommune können
aus meiner Sicht nur durch „Kosten- und Terminjäger"
eingegrenzt werden.
Kulturbahnhof: Die
Entscheidung ist älter als 15 Monate, ich habe daran
nicht mitgewirkt. Vermietungen von öffentlichen Räumen
sind schwer zu organisieren. 100.000 € pro Jahr für den
Kulturbahnhof sind nicht machbar.
Lüderich:
Ich habe mit viel Aufwand versucht, Bürger aus anderen
Kommunen von der Argumentation der Overather Anwohner zu
überzeugen. Es ist mir nur selten gelungen. Die Haltung
der Overather CDU-Fraktion war hingegen spontan,
eindeutig und einstimmig. Im Rat gab es auch
Einstimmigkeit. Wenn selbst Paul Falk von der
Bürgerinitiative Verständnis für den Bürgermeister und
das „saubere Abheften" hat, sollte man ohne Kenntnis der
Verwaltungsabläufe gnädig mit Wahlbeamten umgehen.
Gut Eichthal: Mit diesen
Kostensteigerungen konnte kein Mensch rechnen. Die
Auflagen kamen von der Bezirksregierung.
Halle Immekeppel: Eine
Sporthalle moderner Bauart war unter den Parteien nie
umstritten. Untereschbach ist für die Schüler keine
Alternative. Die reine Transportzeit und das Umkleiden
dauern dort länger als zwei Schulstunden. Sportvereine
aus Overath lecken sich die Finger nach den modernen
Böden. Als Ratsvertreter aus dem Sülztal stehe ich
hinter der Entscheidung, dass für den Gesamtort wichtige
Bauten nicht nur in den Zentralort kommen. Eine
Versammlungsstätte in Immekeppel ist ebenfalls
notwendig. Die falsche Dringlichkeit oder die Reputation
des Bürgermeisters haben bei meiner Entscheidung für die
Halle keine Rolle gespielt.
Mensa: Es gab keine
Kostensteigerung. Wir haben den Haushalt noch nicht
einmal beraten. Der Rat beschloss den Bau unter
Finanzierungsvorbehalt. Es handelt sich bei der Mensa um
den Teil einer Schule. Wozu wollen Sie ein
betriebswirtschaftliches Konzept? Für die Verpachtung?
Der Vorsteuerabzug funktioniert auch bei Verlusten.
Wollen Sie schon vor den Ratssitzungen künftig die
Politik kritisieren? Mit welcher Legitimation?
Bahnhof: Alle Änderungen
sind noch nicht beschlossen. Auch hier gilt der
Finanzierungsvorbehalt.
Haushalt: Gravierende
Fehler konnte ich im Haushalt 2010 und 2011 nicht
entdecken. Änderungsnachweise sind üblich. Die
Kommunalaufsicht hat keine derartigen Bemerkungen
gemacht. Ein NKF-Haushalt ist für Betriebswirtschaftler
einfacher zu lesen als für langjährige Kameralisten. Die
Prioritätenliste liegt inzwischen vor.
Natürlich vertreten wir
die Interessen aller Bürger. Auch wenn Sie sich
besonders einsetzen, müssen wir auch versuchen, die
Interessen der nicht aktiven Bürger mit einzubeziehen.
Wir müssen auch dafür sorgen, dass die Mitarbeiter der
Verwaltung motiviert bleiben. Overath kommt seit vielen
Jahren mit bemerkenswert wenig Personal aus. Ich meine:
Zu wenig.
In schlechten Zeiten muss
gespart werden. Das ist selbstverständlich. Die
Überschuldung ist in wirtschaftlich guten Zeiten
aufgebaut worden. Die Finanzierung der Kommunen muss
grundlegend verändert werden. Bis dahin sind meine
Prioritäten: Bildung, Sport und Soziale Vorsorge. Für
Anregungen bin ich immer offen. Aber glauben Sie
eigentlich wirklich, dass unsere Verwaltung
außergewöhnlich schlecht ist? Dass unser Bürgermeister
unfähig und unsere Stadträte Jasager sind? Vergleichen
Sie einmal Ratssitzungen in anderen Städten.
Mit freundlichen
Grüßen
Michael Hunke"
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