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Die Grünen und die christlichen Feiertage

Es kann nicht wegdiskutiert werden, dass die Grünen durch die Atomkatastrophe in Japan an Bedeutung gewonnen haben. Die Fokussierung der politischen Diskussion auf die Folgen von Fukushima hat aber auch dazu geführt, dass Wertevorstellungen der Grünen momentan nur selten hinterfragt werden. Wie widersprüchlich das gesellschaftspolitische Bild der Grünen zuweilen ist, zeigt sich momentan in der Diskussion um das Tanzverbot an Karfreitag.

„Es ist nicht Aufgabe des Landes die Einhaltung christlicher Bräuche sicherzustellen“, erklärten die beiden Landesvorsitzenden der Grünen Jugend Hessen Chami und Weiß anlässlich des am Karfreitag von der Grünen Jugend initiierten Flaschmob in Frankfurt gegen das Tanzverbot am Karfreitag. Unterstützung erfuhren sie dabei von der hessischen Grünen Landtagsabgeordneten Sorge, welche die bestehende Regelung des Tanz- und Veranstaltungsverbots an stillen Feiertagen als „absurd“ bezeichnete. „Diejenigen, die an diesen Tagen ihre Religion ausüben wollen oder sich durch feiernde Menschen religiös verletzt fühlen, können ja einfach von der Tanzveranstaltung fern bleiben“, schlug Sorge vor und negierte damit vollkommen den christlichen Charakter des Osterfestes und die christlich-abendländischen Wurzeln Deutschlands. Auch Weiß forderte in einem offenen Brief an den Frankfurter Stadtjugendpfarrer Kohl Ähnliches. „Wenn Sie sich dennoch darin gestört fühlen, dass Menschen durch ihre Präsenz und in Stille ihre Freude am Tanzen kundtun, so rate ich Ihnen andere Teile dieser vielseitigen Stadt Frankfurt zu erkunden“, so Weiß.

Auch die NRW-Grünen ließen über ihren Landesvorsitzenden Lehmann mitteilen, dass ein Unterhaltungsverbot an kirchlichen Feiertagen nicht mehr zeitgemäß sei und deshalb abgeschafft werden sollte. Auffällig ist in den Aussagen, dass die Grünen beispielsweise nicht das partielle Tanzverbot am Volkstrauertag, sondern ausdrücklich die kirchlichen Feiertage infrage stellen. Es muss wohl Zufall sein, wenn man den Eindruck gewinnt, dass es Teilen der Grünen auch um ein Zeichen gegen die christlichen Kirchen geht. Das die Grünen nur eine gesellschaftliche Debatte anstoßen wollen mag man kaum glauben. So war es 2009 der Grünen-Bundestagsabgeordnete Ströbele, der vorschlug, einen christlichen durch einen muslimischen Feiertag zu ersetzen (übrigens unterstützt von Jürgen Trittin). Ungeachtet der inhaltlichen Diskussion einer solchen Forderung lassen die Grünen anscheinend vollkommen unbeachtet, dass nicht nur christliche, sondern auch muslimische Feiertage durch bestimmte Verhaltensregeln gekennzeichnet sind. Gerade ihre eigenen Aussagen zum Karfreitag sollten die Grünenpolitiker überzeugen, dass es in einer modernen Gesellschaft wichtig ist, einen Tag der Besinnung zu haben. In diesem Sinne ist zu hoffen, dass die Grünen den nächsten Feiertag mit Tanzverbot zur Überprüfung ihrer fragwürdigen Standpunkte nutzen.

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