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Demokratie lohnt sich

„Da kann man doch sowieso nichts machen, die sind doch alle viel zu mächtig“, diese Aussage hörte man nicht selten, wenn man mit Bürgerinnen und Bürgern über die Erweiterungspläne des BAV auf der Deponie Lüderich sprach. In diesen Worten schwingt unweigerlich Misstrauen und Resignation gegen Politik, Behörden und ein kleines bisschen auch gegen die Strukturen unserer Demokratie mit. Dass dies nicht so sein muss, zeigte uns in den letzten Wochen auf beeindruckende Art und Weise die Bevölkerung des Sülztales. In der Bürgerinitiative „Das Sülztal stellt sich quer“ lose organisiert gaben Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder ein positives Zeugnis der demokratischen Möglichkeiten unseres gesellschaftlichen Systems ab. „Demokratie lohnt sich“, dies ist die eigentliche Botschaft dieser Bewegung in Steinenbrück. Das Besondere an der Bürgerinitiative ist zum einen die unglaubliche Art und Weise, mit der man für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger im Sülztal eintrat. Zum anderen ist es der Sülztaler Bürgerinitiative gelungen, Menschen unterschiedlicher politischer Farbenlehre in einem demokratischen Prozess zu einen. Dies unterscheidet die Bürgerinitiative im Sülztal von anderen Bürgerinitiativen, bei der man oftmals den Eindruck hat, dass Bürger benutzt werden, um als verlängerter Arm einer politischen Partei zu agieren. Respekt, Anerkennung und Dank gilt allen, die sich nicht nur für das Sülztal, sondern auch für die Demokratie verdient gemacht haben. „Da kann man doch sowieso nichts machen“, diese Aussage ist widerlegt worden. Man kann etwas machen! Als der Landrat in der Kreistagssitzung vom 18.03. verkündete, dass der Regierungspräsident ein neues Regionalplanverfahren aufgrund der überregionalen Bedeutung der Deponiepläne angeordnet hat, bedeutete dies nicht nur das vorläufige Ende der BAV Pläne für eine DK-1 Deponie auf dem Lüderich, sondern auch einen Sieg der Menschen in ihrem Einsatz für die Demokratie. Nicht nur die CDU, sondern alle Menschen in Overath sollten diesen Bürgerinnen und Bürgern zu Dank verpflichtet sein. Demokratie lebt schließlich von den Menschen, die sie tragen. Wenn wir über Politikverdrossenheit diskutieren, so haben uns die Ängste und Sorgen um den Lüderich doch eines gelehrt: Politikverdrossenheit ist kein Naturgesetz! Die Bürgersprechstunde der CDU-Ratsmitglieder aus Steinenbrück, Gaby Backhausen, Hardy Kohkemper, Nicole Werdel und Siegfried Raimann die zusammen mit dem CDU-Kreistagsmitglied Uwe Pakendorf regelmäßig Bürgerinnen und Bürgern aus Steinenbrück angeboten werden, besuchten mehr als 120 Bürger. Eine Woche später auf der Sitzung des Bauausschusses waren es 600 Menschen und auch die Kreistagsabgeordneten dürften bei ihren Sitzungen nur selten 300 Bürger gesehen haben. Demokratie ist mühsam, sie erfordert Ausdauer, Mut, Solidarität und sie muss jeden Tag neu bekräftigt werden. Dennoch: „Demokratie lohnt sich!“

Hardy Kohkemper
Stellv. CDU Vorsitzender

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