Erwiderung auf den Artikel ,,Kritik nach der
Haushaltssperre", KStAZ 21.August 2009
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Andreas Heider |
,,Wer
wirkungsvoll angreifen will, sollte sich vorher schlau
machen. Leider haben das weder Frau Keller-Bartel noch
Herr Schlömer, schon gar nicht die BfO getan", hält
Bürgermeister Andreas Heider seinen Kritikern entgegen.
,,Statt dessen wird mit Falschaussagen oder Halb- wissen
um sich geworfen, immer nach dem sattsam bekannten
Wahlkampf-Motto ,,Irgendwas bleibt schon hängen". Die
Fakten sehen anders aus:
1.
Die Pro-Kopf-Verschuldung Overaths liegt unter dem
Landesdurchschnitt. Die rote Laterne im
Rheinisch-Bergischen Kreis haben wir nur deshalb rein
statistisch erhalten, weil andere Kommunen (Burscheid,
Rösrath) Schulden aus den Kernhaushalten in Anstalten
öffentlichen Rechts (AöR) ausgelagert haben. Diese
werden bei der Berechnung statistisch nicht
berücksichtigt. Bei der Berechnung der
Pro-Kopf-Verschuldung liegen die sog. Altschulden
zugrunde. In Overath sind das 24 Millionen für
Infrastrukturmaßnahmen aus den 80er Jahren
(Schulzentrum, Bürgerhaus etc.) sowie 40 Millionen für
das Kanalnetz. Beide Beträge sind seit 1995 sauber
gegenfinanziert und werden über lange Laufzeiten getilgt
2. In den
letzten fünf Jahren hat im Investitionsbereich des
städtischen Etats keine Neuverschuldung stattgefunden,
da Overath als HSK- bzw. Nothaushalts-Kommune nur
Kredite in H6he der ordentlichen Tilgung aufnehmen
durfte. Wir konnten nur deshalb in den letzten Jahren
viel investieren, weil wir in erheblichem Umfang Bundes-
und Landeszuschüsse erhalten haben (z.B. für den
Kulturbahnhof, Ortsdurchfahrt Vilkerath).
3. Wirklich
besorgniserregend sind die seit 2003 aufgelaufenen
Fehlbeträge aus laufendem Betrieb in Höhe von insgesamt
11 Millionen Euro. Die sind in fast allen Kommunen
angefallen und beruhen auf dem sog. strukturellen
Defizit. Diese Schulden kann man nicht einfach
wegsparen, da die meisten Ausgaben gesetzlich verursacht
werden. Das wissen alle Ratsmitglieder. Und niemand,
weder die Regierung, noch die Kommunalaufsicht noch der
Städte- und Gemeindebund haben dagegen ein Hilfsmittel
parat.
4. Die jetzt
verhängte Haushaltssperre hat genau mit diesem
strukturellen Defizit zu tun. Denn da aufgrund der
anhaltenden Konjunkturkrise die
Gewerbesteuervorauszahlungen ausbleiben und die realen
Erträge nicht vorauszusehen sind, besteht die Gefahr,
dass das strukturelle Defizit im laufenden Haushaltsjahr
größer als veranschlagt wird. Aus diesem Grunde sind
Haushaltssperren auch in den Nachbarkommunen Thema.
5. Dem
Neubau von Bauhof und Stadtwerken haben alle Parteien
zugestimmt, ebenfalls den Kosten und dem Standort. Über
die Gründe für den Zwischenstopp auf dem Steingelände
sind die im Rat vertretenen Parteien und die
Öffentlichkeit (s. Bericht KStAZ) informiert. Die Gründe
sind nachvollziehbar, die Kosten tragbar.
Wer die
Wirtschaftskrise bekämpfen und anderweitige Kosten
(höhere Arbeitslosigkeit und weniger Gewerbesteuer;
beides trifft direkt den städtischen Etat) nachhaltig
vermeiden will, der muss für Investitionen vor Ort und
für Aufträge für den Mittelstand sorgen. Auf diesem
Sektor haben meine Kritiker in den letzten Jahren nichts
zu bieten gehabt. Deshalb fällt ihre Kritik (,,Kein
Konzept") auf sie selber zurück und erweist sich als
Rohrkrepierer. Auf die groß angekündigten kaufmännischen
Ratschläge des Herrn Schlömer in Sachen Badino warte ich
beispielsweise noch heute.
Andreas
Heider,
Bürgermeister
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