Auch die Stadt Overath wird auf zusätzliche
Investitionsmittel aus dem Konjunkturpaket II, das der
Bund und die Länder geschnürt haben, zugreifen können.
In diesen Tagen haben wir uns auf Landesebene über der
Verwendung der Investitionsmittel verständigt.
NRW-weit kommen 2,8 Mrd. EUR an zusätzlichen
Investitionsmitteln in den Jahren 2009 und 2010 zu
Einsatz. Davon trägt der Bund drei Viertel; ein Viertel
steuert Nordrhein-Westfalen bei.
Rainer Deppe
Lediglich über 16 % entscheidet das Land (464 Mio. EUR).
Diese Mittel fließen ausschließlich in die Hochschulen.
Der ganz überwiegende Teil, nämlich 84 % bzw. 2,38 Mrd.
EUR wird den Kommunen zur Verfügung gestellt. So werden
die Mittel möglichst zügig und breit verteilt
eingesetzt.
Die Investitionsschwerpunkte liegen zur 65 % im Bereich
der Bildungsinfrastruktur (Kindergärten, Schulen,
Volkshochschulen…) und zu 35 % im Bereich der sonstigen
Infrastruktur, wie z.B. Krankenhäuser,
Informationstechnologie, Städtebau und Lärmschutz an
kommunalen Straßen.
Über die Verwendung entscheiden die Kommunen in eigener
Verantwortung. Das ursprünglich vom
Bundesfinanzministerium vorgesehene Verfahren, dass die
Kommunen Einzelanträge stellen und dann auf eine
Bewilligung warten mussten, konnten wir auf Landesebene
glücklicherweise abwenden. So gewinnen alle wertvolle
Zeit und sparen gigantischen Bürokratieaufwand.
Die Verteilung der Investitionsmittel erfolgt nach
objektiven Kriterien wie Schülerzahl, Einwohnerzahl,
Fläche und Finanzkraft der Kommunen. Jede Kommune wird
schnell und präzise die Höhe der zusätzlichen
Investitionsmittel erfahren.
Damit sich alle Kommunen, auch die finanzschwachen, an
dem Konjunkturpaket beteiligen können, wird den Städten
und Gemeinden in NRW kein Eigenanteil abverlangt. Diesen
übernimmt das Land.
Dass nur zusätzliche Investitionen gefördert werden,
ergibt sich schon aus dem Grundgedanken eines
Konjunkturprogramms. Zusätzliche Investitionen (d.h. nur
was mehr als im Durchschnitt der letzten 3 Jahre
investiert wird, und was bisher noch nicht im Haushält
stand) können die Kommunen mit den Konjunkturmitteln
bezahlen.
Jedem ist klar, dass dieses Konjunkturprogramm durch
zusätzliche Schulden finanziert ist. Damit die Schulden
nicht auf den St. Nimmerleinstag bzw. auf unsere Kinder
und Enkel verlagert werden, haben wir festgelegt, dass
der vom Land aufzubringende Teil über einen Zeitraum von
10 Jahren tilgt wird. Ab 2012 beginnt die Rückzahlung.
Das Land trägt davon 87,5 % die Kommunen landesweit 12,5
%; das bedeutet für alle nordrhein-westfälischen
Kommunen gemeinsam über diese 10 Jahre jährlich etwa 2 %
für Zins und Tilgung.
NRW wird die kommunalfreundlichste Umsetzung von allen
Ländern haben. Die Mittel werden überwiegend der
örtlichen Wirtschaft zu Gute kommen und echte
nachhaltige Investitionen, insbesondere in die Bildung,
auslösen.
NRW soll nach der Krise stärker dastehen als vorher.
Rainer Deppe MdL