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Es geht um die Schüler - nicht um die Strukturen

Schul- und Bildungspolitik ist in aller Munde - und das ist gut so. Über 80 % der Deutschen halten "Für eine gute Bildung von Kindern und Jugendlichen zu sorgen" für die wichtigste politische Aufgabe. In der Tat; das Wissen in den Köpfen ist der einzige Rohstoff, den wir haben; der aber auch den Vorteil hat, dass er unbegrenzt vermehrbar ist.

Aber dann schon hören die Gemeinsamkeiten auf und der politische Streit nimmt ideologische Züge an. Während SPD und Grüne die Einheitsschule für alle fordern, strebt die FDP ein zweigeteiltes Schulsystem an.

Bildunterschrift

Ich halte die gesamte Strukturdebatte für ein Ablenkungsmanöver, bei dem die wirklichen Probleme der Schulen außen vor bleiben. Es muss uns doch darum gehen, dass die Schüler optimal lernen und besser auf das Leben, auch das Arbeitsleben, vorbereitet werden, und dass nicht mehr so viele Kinder auf Strecke bleiben.

Würde uns hier in Overath die Auflösung der Hauptschule Overath, der Bergischen Realschule und des Paul-Klee-Gymnasiums, so wie es nach den Plänen der Landes-SPD die unvermeidbare Folge wäre, wirklich weiter helfen?

Wir von der CDU haben uns vorgenommen, die tatsächliche Situation in den Schulen verbessern. Deshalb haben wir 5.000 neue Lehrerstellen eingerichtet. Deshalb wurde der Unterrichtsausfall in NRW halbiert. Deshalb haben die Schulen inzwischen mehr Freiheit und Selbstverantwortung. Deshalb geben wir im Landtag soviel Geld für Bildung aus wie noch nie.

Ausreichend erteilter Unterricht, das pädagogische Konzept, individuelle Förderung und Vermeidung des Sitzenbleibens sowie die deutliche Verringerung der Schulabbrecherquote - das sind doch die wirklich wichtigen Themen.

Wir haben zentrale Abschlussprüfungen und einheitliche Lernstandserhebungen in den Klassen 3 und 8 eingeführt. Sie geben Auskunft über den Leistungsstand der jeweiligen Schule - und da gibt es bessere und schlechtere Schulen, übrigens aller Schultypen.

Ich plädiere für mehr Transparenz. Jede Schule weiß genau, wie sie bei den zentralen Prüfungen abgeschlossen hat. Warum veröffentlichen die Schulen ihre Ergebnisse nicht? Sie könnten es. Die Schüler, die Eltern und meiner Meinung nach auch die Öffentlichkeit, die die Schulen eingerichtet hat und unterhält, haben ein berechtigtes Interesse daran, zu wissen, wo ihre Schule steht.

Ich bin mir sicher, dass die Schulen bei uns im Kreis, ganz besonders auch in Overath, zu den besten in der Region gehören - nur niemand weiß es. Stattdessen höre ich im Bekanntenkreis immer wieder von sog. "Modeschulen" in Köln. Nur Vergleichbarkeit und Offenheit helfen da wirklich weiter. Unsere Schulen würden davon profitieren, wenn sie ihre Ergebnisse veröffentlichen würden. Niemand hindert sie daran.

Nicht ideologische und zugleich oberflächliche Debatten über Schulformen helfen uns weiter, sondern Vergleichbarkeit und offene Information über ehrliche Ergebnisse.

Rainer Deppe
Landtagsabgeordneter für Overath

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